Interview Eventmanagerin Sandra Busse

„Wenn mich Dinge berühren, dann weiß ich: Das ist es!“

25 Jahre Nacht der Pferde: Was ist das Erfolgskonzept der Galashow?
Das Erfolgsrezept ist meiner Meinung nach der Mix von hochkarätigen, internationalen Schaubildern gemischt mit regionalen und nationalen. Ich schaue extrem auf die Qualität und mische es dann in der Gesamtzusammensetzung mit einem besonderen Gespür. Viele andere Shows sind sehr technikgetrieben, die Bilder hintereinander weg zusammengewürfelt, was viel an Emotion einbüßt. Ich möchte mir lieber von dem Etat, der mir zur Verfügung steht, tolle Pferde und Reiter für die Besucher gönnen, als die 1000. Superlampe oder Projektion unter der Decke. Der aufwendigste Teil ist die Zusammenstellung zu einer Gesamtchoreografie oder einem roten Faden, ohne ein besonderes Motto umzusetzen.

Letztendlich steht die Nacht der Pferde aber für die hohe Qualität der Showteilnehmer. Kaum ein anderer Veranstalter zeigt so viele Hochkaräter zusammengestellt in einer Show. Und ich nehme immer nur das Original-Schaubild! Was nutzt mir die Kopie eines Showbildes, nur weil es vielleicht günstiger ist? Was ja auch gemein gegenüber dem Urheber der Idee ist. Da bin ich schon sehr auf Seiten der Künstler, die arbeiten schließlich Jahre an der Umsetzung ihrer Ideen.

Welche Gäste sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Das ist schwer zu beantworten. Ich habe mich durch ein 10.000 Bilder umfassendes Fotoarchiv der letzten 25 Jahre gewühlt, da ich eine Fotoausstellung zu 25 Jahre Nacht der Pferde plane. Da waren viele „Ahs“ und „Ohs“ dabei, denn mir ist erst da sehr deutlich geworden, was wir schon für tolle Pferde, Akteure und Bilder in den letzten 25 Jahren dabei hatten! Aber natürlich sind so ganz besondere Bilder, aber auch Pferde und Menschen, die man wirklich nicht jeden Tag in Deutschland zu sehen bekommt, für immer in meiner Erinnerung: Die Pignon-Brüder mit ihrer besonderen Aura, Lorenzo, der schier unglaubliches zaubert, Alizée Froment, die eine Dressur auf S-Niveau ohne Trense liefert, die Kosacken aus Russland, wo mir der Atem vor Rasanz stockt, Polospieler in einer Messehalle, die Isländer, die mit unfassbaren Islandpferden und einem besonderen Charme auftreten oder die ganzen Stuntreiter – wen hatten wir da schon alles! Oder aber auch ein Bild, was ich in meiner ersten Show gezeigt habe, eine Mutter mit einem Kaltblüter, auf dem sie mit ihren fünf kleinen Kindern draufsitzt, aus Spaß voltigiert und das mit einer Freude im Gesicht der Kinder, die schier unfassbar ist. Oder mein Löwen-Pony Luma, das im letzten Jahr leider verstorben ist, auf ganz vielen Bildern und in seinem kleinen Hengstsohn, den wir in diesem Jahr sehen werden, aber weiterlebt. Es gibt so viele Geschichten hinter den Geschichten, das glaubt man wirklich nicht.

Welches sind die größten Herausforderungen bei der Organisation der Show?
Die größte Herausforderung ist der Zeitfaktor. Wir sind eine jährliche Pferdemesse mit einer jährlich wechselnden Pferdeshow. Das macht und schafft kaum einer in diesem Bereich. Das auf so hohem Niveau und der Qualität jedes Jahr aufs Neue aufs Parkett zu zaubern – und das neben ganz vielen anderen Aufgaben im Unternehmen – ich bin ja nicht nur für die Pferd & Jagd Events oder Shows zu ständig, sondern habe als Abteilungsleitung des Event- und Marketingbereiches im Unternehmen Heckmann ja noch ganz viele andere Aufgaben und Messen – das ist schon eine große Herausforderung. Ebenso die Tatsache, ein ganz normales Messegelände für so eine kurze Produktion, für so eine Show, für so eine große Pferdeveranstaltung mit 1000 Pferden auf das Thema Pferd „umzurüsten“. Da steckt schon ein hoher logistischer Aufwand dahinter.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Stargäste aus?
Ich weiß, dass etwas funktionieren wird, genau in dem Moment, wo ich es betrachte, das kann live sein oder aber auch im TV oder am PC – wenn ich einen emotionalen Moment bekomme, Gänsehaut, Kribbeln im Bauch bis hin zu Tränen, was auch immer. Wenn mich Dinge berühren, merke ich das sofort und dann weiß ich: Das ist es! Das möchte ich den vielen Besuchern auch zeigen und ihnen auch so einen Moment gönnen.

Auf was können sich die Besucher der Jubiläumsshow freuen?
Auf die Gesamtshow „25 Jahre Nacht der Pferde“. Es ist bewusst kein „Best Of“, dann hätten wir wahrscheinlich eine 24-Stunden-Show davon machen müssen. Es sind zwölf ausgewählte Schaubilder. Bedingung war, dass sie in den letzten 25 Jahren mindestens einmal bei uns dabei waren. Ich habe zu jedem Akteur eine persönliche Geschichte aufgeschrieben: Was verbindet sie mit der Pferd & Jagd, was ist das Besondere an ihrer Arbeit und an ihrer eigenen Geschichte mit Pferden? Das ganze wurde zu jedem Schaubild aufwendig vertont mit einem Synchronsprecher, der ansonsten Hollywood-Stars synchronisiert. Ich glaube, das wird interessant und anders in der Show sein, auch wenn man sich die Ruhe nehmen und zuhören muss. Wann hört man schon einmal die Geschichte der Islandpferde oder wie die alle Akteure überhaupt dorthin gekommen sind, wo sie heute sind? Wir können uns auf ein paar große Namen freuen, wie Jean-Francois Pignon, Lorenzo oder Michael Freund, die zugesagt haben.

Die Jubiläumsausgaben der Nacht der Pferde findet am Freitag- und Samstagabend, 7. und 8. Dezember, während der Pferd & Jagd (6. bis 9. Dezember) statt.